Marktplatz Internet?

Wie ein Markt funktionieren sollte

"Markt" ist eine uralte Einrichtung: Menschen richteten schon vor Jahrtausenden Märkte ein. Die Wurzel des Wortes reicht auf ein alt-lateinisches Wort, mercis, (d.h. "Ware") zurück. Wir können es auch in "Mercur" (der römische Gott der Händler) und in unserem Wort "Kommerz" ("Waren-Handel") wiederfinden.

Ein Markt ist also ganz und gar nichts Neues - er ist ein Handelsplatz.

Neu ist die Tatsache, dass man sich heute nicht mehr unbedingt zum Markt begeben muss, um einen Handel abzuschließen. Dank der genialen Erfindung "Internet" und seiner Ausprägung als "Web" kann man sich bestimmte Märkte nach Hause holen und ihr Angebot zu Hause sichten. Dazu ist nichts weiter erforderlich, als am Computer die Webseite eines Markets aufzurufen und schon hat man den ganzen Markt auf dem Bildschirm und kann darin stöbern.

Zu Hause trifft man seine Auswahl, bestellt die Lieferung und bezahlt den Einkauf. Und die gekaufte Waren wird einem nach Hause geliefert. Alles in allem eine elegante und nützliche Sache!

Daran kann ist doch gar nichts Schädliches oder gar Verwerfliches.

Falsch ist es allerdings, dass man das Web (bzw. das Internet) selbst als "Markt" bezeichnet es entsprechend handhabt. Was meine ich damit? Und warum sollte das Web nicht als Markt behandelt werden?

Warum das Internet kein Markt sein sollte

Wer je irgendeinen "Reale-Welt-Markt" besucht hat weiß, wie es da zugeht. Er weiß aber auch, dass er den Markt meiden kann, wenn er keinen Bedarf an Waren und weder Interesse am Angebot noch am Trubel hat. Wer sich nicht auf den Marktplatz begibt, bekommt von seinem Treiben nichts mit und wird davon auch nicht betroffen (oder gar belästigt) sein.

Niemand wird etwas dagegen haben, wenn auf dem Marktplatz Angebote unterbreitet werden, die einen gar nicht interessieren, Man weiß ja, dass man sich auf einem Marktplatz befindet. Und man weiß auch, dass der Markt für beide, den Anbieter und den Konsumenten, nur einen Zweck hat: Waren zu verkaufen oder zu erstehen.

Für einen Teil der Marktgänger hat der Markt vielleicht noch einen zweiten Zweck: Sich über Angebot, Nachfrage, Preise und so weiter, auszutauschen oder zu erkundigen. Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden. Auch weitere "interne" Verwendungszwecke mag es geben, etwa zu einem Plausch zusammen zu kommen, sich zu Mahlzeiten zu treffen oder alte Bekanntschaften aufzufrischen et cetera.

Fast jede x-beliebige Stadt stellt seinen Bürgern neben vielen anderen "gemeinschaftlichen Einrichtungen" auch Plätze zur Einrichtung von Marktplätzen bereit, die Stadt als Ganzes wird nie der Marktplatz sein.

Würde man so eine Stadt errichten, dann hätte sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit bald keine Bewohner mehr. Wer will schon mitten drin auf einem Markt leben? Viel menschlicher sind da schon Gewerbegebiete an den Stadträndern - und die sind nachts menschenleer.

Worauf ich hier hinweisen will, ist die einfache Tatsache, dass die Menschen Märkte wohl brauchen und haben wollen, dass sie diese aber nur in Randbereichen des Lebens angesiedelt sehen möchten; dass sie nicht vom gesamten Marktbetrieb tagaus, tagein betroffen sein möchten.

Mein Argument für diese Forderung

Das Internet ist als Informationsmedium erfunden und geschaffen worden. Es bringt der Menschheit gewaltigen Fortschritt in buchstäblich allen Bereichen des kulturellen Lebens. So zum Beispiel unter anderem auch der Handelswirtschaft als Ganzes die Möglichkeit zu virtuellen Marktplätzen.

Amazon, eBay und viele andere Plattformen sind Musterbeispiele solch virtueller Marktplätze. Sie verbinden das "Gute" mit dem "Angenehmen" und dem "Schönen":

Das Gute: Solche Plattformen sind Marktplatz für so gut wie jede Handelsware und im wahren Sinn des Wortes international! Jeder Anbieter hat grenzenlose Möglichkeiten, seine Waren ansprechend und profitabel anzubieten. Umgekehrt hat jeder Konsument die Freiheit, den Marktplatz zu jeder beliebigen Zeit aufzusuchen.

Das Angenehme: Der Konsument muss keinen beschwerlichen Weg auf sich nehmen. Er holt den Marktplatz zu sich ins Heim, einfach auf dem Bildschirm. Jeder Konsument kann die Angebote des Marktes sichten und prüfen - ohne irgend welche Begrenzungen. Er kann kaufen was, wann, wo und wie er will. Der Anbieter hat ähnliche Vorteile und zusätzlich geringe Kosten gegenüber einem Markt in der realen Welt.

Das Schöne: Wer einen Bedarf hat, holt sich den Markt auf den Bildschirm. So ein Besucher weiß, dass auf dem Markt eben Trubel herrscht und er auch Angeboten ausgesetzt wird, die ihn nicht interessieren. Wer keinen Bedarf hat, geht nicht hin - will heißen: Er lässt den Computer oder den Marktplatz sein bleibt vom gesamten Marktgeschehen unbehelligt.

Versetzt man einen Marktplatz ins Web, dann sollten dafür ungefähr ähnliche Regeln gelten. Aus einem realen Markt wurde ein virtueller Mark - und der sollte genau so den Bedürfnissen der Menschen entsprechen. Dies schließt aus, dass das Web als Ganzes zum Marktplatz gemacht wird. Aber natürlich können zahlreiche Marktplätze im Web existieren - sie sollten nur in ihren abgegrenzte Bereiche bleiben.

Wie das Web als Marktplatz missbraucht wird

Ganz anders sieht es mit Hunderttausenden, vielleicht Millionen Händlern aus, die eine eigene Websait betreiben und diese als "allein stehendes Geschäftslokal" betreiben - und bewerben.

Mit dem Betreiben wäre ja noch alles weitgehend in bester Ordnung. Es ist vergleichbar mit dem "Tante-Emma-Laden" in einem Wohngebiet. Dass dieser Laden da ist, wird niemanden stören, aber vielen nützen.

Doch mit dem Bewerben zeigt sich schon ein anders Bild. Würde Tante-Emma jedermann, der im Umkreis von einem Kilometer vorbei kommt, ihre "fantastischen Angeboten" andienen, hätten bestimmt viele Leute Einwände. Vermutlich würde der Laden auf diese Weise sogar Kunden verlieren, statt neue zu gewinnen. Warum?

Weil all jenen, die (im Augenblick) keinen Bedarf - und damit auch kein Interesse - an den Waren des Tante-Emma-Ladens haben, solche Art Werbung als Belästigung auffassen wird. Sie fühlen sich einfach gestört und denken (vermutlich) "lass mich doch in Frieden, wenn ich was brauche, werde ich den Weg in deinen Laden schon finden!"

Doch genau solches geschieht im Web beim Bewerben der Güter von Millionen von Händlern und Anbietern. Man sucht z.B. in der Suchmaschine nach dem Autor eines Buches (man greift also das Informationsmedium auf!): Was findet man?

Nicht nur in den Suchergebnissen prangen x Werbebotschaften, die oft gar nichts mit dem gesuchten Thema zu tun haben, nein, auch "echte Suchergebnisse" bieten Dinge an, die man gar nicht sucht. Und in (fast) jeder Webseite, die man aufgrund der Suchergebnisse heraus filtert, wird man mit einschlägigen Werbebotschaften bombardiert.

Ja, man mag den Standpunkt einnehmen und argumentieren: Die Suchmaschine leistet ja ein Dienstleistung, für die in irgend einer Form gezahlt werden muss (damit die Suchmaschine fortbestehen kann). Und man nimmt hier eben den Umweg über die Werbung -die Suchmaschine liefert jedem Suchenden ein Ergebnis UND "einschlägige" Werbung, für die der werbende Anbieter die Suchmaschine zahlt.

In Ordnung, das kann man widerspruchslos akzeptieren, solange es in gewissen Grenzen bleibt. Und ja, die großen Suchmaschinen halten diese Grenzen weitgehend ein. Tun es die Anbieter gleichermaßen?

Vom Nützen zum Missbrauch

Die Erfahrung in dieser Hinsicht lehrt etwas anderes. Anbieter und Händler wenden große Anstrengung auf, ihr Angebot in möglichst vielen Suchergebnissen "einzuschleusen". Dafür existiert auch ein großer Markt willige Dienstleister. Sie sorgen gemeinsam für genau jene Erscheinung, die dem Tante-Emma-Laden Schaden bringen würde:

Millionen von Nutzer der Suchmaschinen müssen sich durch viele Seiten mit irrelevanten Suchergebnissen filtern, um das zu finden, was sie wirklich suchten. Das kostet sie Zeit und Nerven! Sie müssen einen überdurchschnittlich hohen "Wegezoll" bezahlen!

Nicht die Suchmaschinenbetreiber (etwa Google) kassieren hier für "geleistete Dienste", sondern undisziplinierte Anbieter belasten im vermeintlichen Eigennutz Millionen von Suchern in Form "Werbung" für Dinge, an denen letztere gar kein Interesse haben!

Was ist die wahre Ursache für diesen Unfug? Es ist der Irrglaube, dass "das Internet ein weltweiter Marktplatz" sei. Man kann dies gar nicht als Missverständnis oder Unwissenheit bezeichnen, es ist nichts weiter als "Gelegenheit macht Diebe".

Solch undisziplinierte Anbieter sehen eine Gelegenheit, ihre Werbebotschaft einzuschmuggeln, und nutzen sie skrupellos aus. Ich meine, man kann völlig legitim von "einschmuggeln" reden, denn 99% der Suchenden sind an solchen Werbebotschaften nicht interessiert.

"Werbung" wirkt so wie ein künstlicher "Hindernisparcour" für den Suchenden. Wer etwas sucht, muss sich durch im Zickzack stehende Werbetafeln ein Weg bahnen, um ans Ziel seiner Suche zu kommen. Der Weg ans Ziel wird auf das Mehrfache verlängert - und dies allein zu dem Zweck, ihn mit Werbung zu konfrontieren, die ihn gar nicht interessiert.

Wie schaut ein guter Markt im Web aus?

Es gibt eine ganze Menge guter Beispiele von "Marktplätzen" im Internet. Viele Reise- und Hotelplattformen, etwa trivago - und Handelsplattformen wie etwa eBay oder Amazon zeigen deutlich, wie so ein Marktplatz organisiert sein kann.

Wer auf diesen Marktplätzen anbietet, der wird auch dort gefunden und das ist gut so. Wer nützliche Güter auf sympathische Weise anbietet, wird auch Erfolg haben, großen Erfolg. Wer Schund anbietet, wird auch auf dem besten Marktplatz keinen dauerhaften Erfolg haben- doch das liegt nicht am Wesen des Marktplatzes. Ein Markt für kleine Händler?

Kleine Anbieter mit wenig Finanzkraft werden von Geschäftemachern mit großartigen Erfolgsversprechen allzu leicht fehlgeleitet. Man bietet mit langen Listen von Vorteilen Systeme an, die Hindernisparcours in Form von "aufgezwungener Werbung" errichten und noch verlängern.

Natürlich, als kleiner Anbieter hat man kaum genug Erfahrung, die abträglichen Nebenwirkungen sofort zu erkennen. Solch "verführte" kleine Anbieter muss man auch gar verurteilen für das, was sie scheinbar absichtlich tun. Man kann gern zugestehen, dass sie in bestem Glauben handeln. Die Lösung kann nur heißen, einen optimale Weg für beide Teile - dem Handel und die Allgemeinheit - zu wählen.

Aus diesem Grund plädiere ich dafür, dass man sich als Anbieter nicht nur im Hinblick auf das hier besprochene Thema gründlich über die Geschäftstätigkeit im Web sorgfältig informiert.

Es geht nicht nur darum, viel wirksame Werbung für die eigene Werbung "auszustoßen", sondern auch darum, die damit geschaffene Wirkung zu bedenken. Werbung soll Kaufbereitschaft fördern und im Kaufwillen münden. Jede andere Wirkung (im Bereich des Handels) ist eigentlich unerwünscht und sollte vermieden werden. Das gilt auch dann, wenn Werbung z.B. 3% der Angesprochenen zum Kaufentschluss bringt, während 97% sie als Belästigung empfinden.

Zur erfolgreichen Geschäftstätigkeit gehört, dafür plädiere ich, auch ein solides und ethisches Verständnis der Marktmechanismen. Nur wer einschlägige Informationen hat, kann diese verarbeiten und eine kompetente Entscheidung treffen. Gewiss, es wird auch dann immer noch einen beachtlichen Prozentsatz an Händlern geben, die im Glauben an den Nutzen für das eigene Geschäft wissentlich die Belästigung von Millionen Unbeteiligten in Kauf nehmen. Doch sollte es im Interesse eines jeden motivierten Händlers liegen, diesen Prozentsatz möglichst klein zu halten.

Auch die hier angestellte Betrachtung könnte so eine einschlägige Information sein.

Wie kleine Händler den geeigneten Marktplatz finden

Die effizienteste Lösung aber scheint mir, dass geeignete Marktplätze auch für kleine Händler, für "neue Selbständige" und Einpersonen-Unternehmen existieren und von diesen genutzt werden. Solche Marktplätze leisten den kleinen Anbietern mit Sicherheit ähnlich nützliche Dienste, wie viele bereits vorhandene Plattformen den großen Anbietern leisten.

Um dies zu verstehen, braucht es den Schritt zur Einsicht, dass weder "das Internet", noch "das Web" und auch nicht "die Suchmaschine" ein gewaltiger Marktplatz sind, sondern dass Marktplätze im Internet und im Web als je eigene Ort bestehen und von Suchmaschinen katalogisiert werden.

Mit der "neuen Marktvision" und dem "MarketingNet" habe ich ein funktionierendes Modell eines solchen Marktplatzes geschaffen.

Mit meiner Marktvision plädiere ich nicht nur für eine "sauberes Web", sondern auch für ein ethisches und erfolgreiches Marktgeschehen. Wer seine Waren auf den passenden Marktplatz bringt und sie sympathisch anbietet ohne Unbeteiligte zu vergraulen, wird den verdienten Erfolg haben! Allerdings ... noch eine Bedingung muss erfüllt sein: Die angebotene Ware muss den Bedarf des Konsumenten verlässlich decken. Waren, für die kein Mensch Verwendung hat, verdienen auch keinen Erfolg - meine ich.

Falls Sie sich, liebe Leserin, lieber Leser, von diesen Gedanken angesprochen fühlen, könne Sie gerne gezielte Informationen von mir anfordern. Benutzen Sie bitte das Kontaktformular auf der Seite Impressum!